Gemeinschaftsklinikum Kemperhof Koblenz St. Elisabeth Mayen

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Behandlungsablauf

 

Wenn Sie das erste Mal bei uns sind

Ihr Hausarzt, Facharzt, ein anderes Krankenhaus oder eine andere Abteilung des Städtischen Klinikums Kemperhof hat sie an unsere Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie überwiesen. Dies geschah, weil Sie an einer gut- oder bösartigen Erkrankung leiden.

Es erfolgt nun zunächst ein ausführliches Gespräch mit der Chefärztin der Radioonkologischen Klinik Frau Dr. Schendera oder deren unmittelbaren Vertretern. Sie können gerne einen Angehörigen oder eine Person Ihres Vertrauens zu diesem Gespräch mitbringen.

Damit sich unsere Ärzte ein genaues Bild von Ihrer Krankheit machen können, werden Sie bei uns sorgfältig untersucht. Dazu wird der Arzt die Vorgeschichte Ihrer Krankheit aufnehmen. Gegebenenfalls werden noch weitere Untersuchungen wie z.B. Computer- oder Kernspintomografie, Szintigrafie, Röntgen oder Ultraschall veranlasst, um die Erkrankung genau abzuklären.

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Besprechung der Untersuchungsergebnisse

Wenn alle Untersuchungen abgeschlossen sind, setzt sich Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen zusammen und erläutert Ihnen die Ergebnisse. Erst dann fällt die Entscheidung, ob Sie eine Strahlentherapie benötigen. Ist eine strahlentherapeutische Behandlung notwendig, beraten sich alle beteiligten Ärzte und Abteilungen gemeinsam (interdisziplinäre Behandlung) und entwickeln in Zusammenarbeit ein individuelles Behandlungskonzept.

So wird für jeden Patienten der optimale Weg zur Heilung der Tumorerkrankung oder zur Linderung der Symptome der Erkrankung gesichert.

In einem weiteren Gespräch wird Ihnen von Ihrer/Ihrem behandelnden Ärztin/Arzt ausführlich die Krankheitssituation erklärt und die für Sie günstigste Therapieform genannt. Sie werden auch über die notwendigen Vorbereitungen, die Begleitbehandlungen und die möglichen Nebenwirkungen informiert. Diese Nebenwirkungen sind unterschiedlich und hängen von der Art Ihrer Erkrankungen und der Bestrahlung ab. Im Allgemeinen sind sie als eher gering zu bezeichnen.

Die Behandlung kann ambulant oder stationär erfolgen. Dies hängt von Ihrem Gesundheitszustand, von der Entfernung zu unserer Klinik, Ihrer häuslichen Situation und der mit Ihnen abgestimmten Behandlungsmethode ab.

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Vor der Bestrahlung: Die exakte Bestrahlungsplanung

Dr. Schwieger am Planungsrechner In1592

In Ihrem persönlichen Interesse planen wir Ihre Bestrahlung präzise und sorgfältig. Sinn der Bestrahlungsplanung ist es, den Krankheitsherd genau und vollständig zu erfassen und das umliegende gesunde Gewebe sowie lebenswichtige Organe zu schonen.
Dies ist durch den Einsatz spezieller Röntgengeräte und einer computergestützten Bestrahlungsplanung heute wesentlich besser möglich als noch vor ein paar Jahren.

Die Planung kann einen bis mehrere Tag(e) in Anspruch nehmen und verläuft in folgenden Abschnitten:

1. Lokalisation und Simulation
Sie werden von einer medizinisch technischen Radiologieassistentin (MTRA) auf einem beweglichen Tisch eines speziellen Röntgengerätes (Therapie-Simulator) in angestrebter Bestrahlungshaltung gelagert. Mit diesem Gerät lassen sich alle Einstellungen der Bestrahlung nachahmen (simulieren). Der Arzt legt dann unter Durchleuchtung das zu bestrahlende Gebiet fest (Lokalisation). Die Lagerungslinien und Bestrahlungsfelder werden entweder sofort oder nach der computergestützten Planung (siehe unter 2.) bei einer zweiten Simulation von der MTRA auf der Haut angezeichnet und mittels Röntgenaufnahmen (Simulationsaufnahmen) genau dokumentiert.

2. Computergestützte Bestrahlungsplanung
Nach der ersten Lagerung erfolgt eine Computertomografie (CT) der zu behandelnden Körperregion in Bestrahlungslage. Die gewonnenen Bilder werden dann in den Bestrahlungsplanungs- computer übermittelt. Hier legen Arzt und Medizinphysiker den Bestrahlungsplan, d.h. die Bestrahlungsfelder und deren Einstrahlrichtung unter Berücksichtigung der zu schonenden Gewebe und Organe, fest.

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Planungsrechner In1715

3. Markierung
Nach der Bestrahlungsplanung werden die gewünschten Felder am Simulator dokumentiert, auf der Haut eingezeichnet und mit hautfreundlichem Pflaster gesichert. Eine exakte Bestrahlung ist nur möglich, wenn die Lagerung des Patienten bei der Simulation, Computertomografie und auf dem Bestrahlungstisch identisch ist. Aus diesem Grund ist das Anbringen der Lagerungslinien und der Feldgrenzen auf der Haut unerlässlich. Diese bleiben während der gesamten Bestrahlungsdauer erhalten und werden, wenn nötig, von der MTRA erneuert.

Um die größtmöglichste Präzision zu erreichen, sind oftmals Lagerungshilfen notwendig. Dies können z.B. eine speziell für Sie angefertigte Maske für Bestrahlungen im Kopf-/Halsbereich, individuelle Abschirmblöcke (Satellitenblenden), eine Vakuummatte oder ein Nacken- oder Kniepolster sein.

Auf der Maske werden dann alle wichtigen Markierungen, die zur Einstellung der Bestrahlungsposition benötigt werden, eingezeichnet. Die Satellitenblenden bestehen aus einer speziellen Metalllegierung, die das Bestrahlungsfeld so formen, dass gesundes Gewebe und Risikoorgane weitestgehend geschont werden.

Die erste Bestrahlung

Linearbeschleuniger IN1593

Die erste Bestrahlung wird von dem verantwortlichen Arzt, dem Medizinphysiker und der MTRA gemeinsam durchgeführt.

Zunächst legen Sie sich auf den Bestrahlungstisch, und die MTRA lagert Sie dann genauso mit den benötigten Lagerungshilfen, wie in der Simulation festgelegt. Die Vorbereitung dauert meist wesentlich länger als die Bestrahlung selbst. Dabei helfen die Einstelllaser im Raum und die Zeichnungen an Ihrem Körper. Die MTRA stellt die von der Planung vorgegebenen Daten am Bestrahlungsgerät ein. Dies erfolgt entweder im Bestrahlungsraum per Hand oder ferngesteuert vom Schaltraum. Arzt und Medizinphysiker prüfen dabei alle Bestrahlungsparameter auf Plausibilität.

Bei der Bestrahlung muss das Personal aus Strahlenschutzgründen den Raum verlassen.

Während der Bestrahlung, die nur Sekunden bis Minuten dauert, kontrolliert die MTRA dauernd den technischen Ablauf und hält dabei ununterbrochen über einen Monitor und eine Gegensprechanlage Sicht- und Sprechkontakt mit Ihnen. Sie können sich in normaler Lautstärke während der Bestrahlung mit uns verständigen, sollten dies aber nur im Notfall tun, damit gewährleistet ist, dass Sie ganz ruhig liegen bleiben. Nur so bleibt der Krankheitsherd im Bestrahlungsbereich. Von der Bestrahlung selbst spüren Sie nichts.

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Gerätesicherheit

Moderne Bestrahlungsgeräte sind technisch sehr kompliziert aufgebaut. Sie werden täglich vor ihrer Inbetriebnahme von einem erfahrenen Medizinphysiker überprüft und in regelmäßigen Abständen von der Herstellerfirma gewartet.

Außerdem verfügt unser Gerät über zahlreiche interne Sicherungen. So wird z.B. die Bestrahlung nur freigegeben, wenn alle Parameter der Bestrahlung wie Feldgröße, Winkel und Dauer den geplanten persönlichen Daten entsprechen. Bereits bei kleinsten Abweichungen blockiert das Gerät und es wird keine Strahlung freigegeben.



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