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Unsere Geschichte
Das Klinikum Kemperhof wurde nach Erstellung des Neubaues im Jahre 1973 auf dem jetzigen Anwesen zu den Städtischen Krankenanstalten zusammengefasst. Die "Städtischen Krankenanstalten" hießen vorher einfach: "Das Hospital zu Koblenz". Es steht in einer langen Tradition im Dienste des erkrankten Menschen.
Seine Vorgänger waren das Hospital im ehemaligen Gebäude des Franziskaner-Klosters in der Castorstraße. Durch Dekret des Kaisers Napoleon I. vom 1. Oktober 1804 wurde angeordnet, dass die Gebäude des ehemaligen Franziskaner-Klosters in der Castorstraße zur Errichtung eines "Hospitals in Koblenz" verwendet werden sollten. Bis dahin gab es kein größeres Krankenhaus in Koblenz, sondern wie auch in allen anderen alten Städten eine Vielzahl kleiner Hospitäler und Wohltätigkeitsanstalten. Insgesamt waren es 18 an der Zahl. Das älteste war das Nikolaus-Hospital bei St. Florin, gegründet 1110. Ihm folgte das Hospital des Deutschen Ritterordens, der ja ursprünglich 1198 als Krankenpflegeorden gegründet worden war und dessen erster Ordensmeister, Heinrich Waldbott (Walpott), aus Bassenheim stammte. Zwar hatte schon Kurfürst Franz Ludwig von Pfalz-Neuerburg 1729 versucht, am Rhein mit dem Priester- und Waisenhaus (an der Stelle der alten Bezirksregierung) eine Vereinigung von Stiftungen durchzuführen, jedoch ohne Erfolg. Es gelang auch Kurfürst Clemens Wenzeslaus nicht, als er 1794 das Kloster der Weissernonnen als Bürger-Hospital vorsah. Der Einmarsch französischer Truppen im Oktober 1794 ließ den Plan untergehen. Erst 1904/1905 entstand dann das Hospital zu Koblenz, ausgestattet mit acht zusammengefassten alten Stiftungen. Der Präfekt des Rhein-Mosel-Departments, Alexander Lameth, berichtete am 18. Juni 1805, dass die Zahl der Einwohner von Koblenz 9000 betrage, wovon 900 Arme und 450 als Kranke hilfebedürftig seien. Die Zahl der Hospitalbetten war, in der Annahme, dass erfahrungsgemäß eine Krankheit nicht länger als 30 Tage dauere und demnach ein Bett für 12 Kranke im Jahr ausreiche, auf 40 festgesetzt worden. Aufgrund der Vorschläge des Präfekten Lameth folgte am 13. November 1805 ein Ausführungs-Dekret des Kaisers Napoleon über die Errichtung des Hospitals in dem Gebäude des Franziskaner-Klosters Koblenz.
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Nach Durchführung von Bauarbeiten wurden zunächst 20 Betten bereitgestellt, Ziel war die Einrichtung von 50 Betten. Während die übrigen nach Maßgabe des Wachstums der Einkünfte und des Bedürfnisses im Laufe der Zeit in Betrieb genommen werden sollten. Das Hospital war jedoch bis zum Jahre 1825 in der Hauptsache Militärlazarett. Zu den Kosten der Unterhaltung mussten auch die ländlichen Gebiete etwa der heutigen Kreise Koblenz-Mayen, Cochem-Zell und der Verbandsgemeinde Boppard beitragen. In den Kriegsjahren wurden durchweg mehr Soldaten als Bürger dort gepflegt: Das Haus hatte zeitweise bis zu 200 Betten. Das Hospital stand zunächst unter der Leitung einer Kommission von neun Mitgliedern. Nach der Räumung des Hospitals als Militärlazarett am 29. April 1825 wurden umfangreiche Umbaumaßnahmen durchgeführt. Unter der Förderung des verdienten Stadtrates Hermann Joseph Dietz wurde das Haus erweitert . Am 1. Oktober 1825 traf die Generaloberin der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von K. Karl Borromäus aus Nancy (die heutigen Trierer Borromäerinnen) in Koblenz ein und schloss mit der Hospitalverwaltung einen Vertrag über die Gestellung von 6 Ordensschwestern. Es dauerte jedoch bis zum Juli 1826, als die Ordensschwestern im Bürgerhospital Koblenz eintrafen. Sie haben bis zu ihrem Weggang am 30.6.1973 fast genau 147 Jahre in Koblenz in der Krankenpflege gewirkt.
Am 1. Juli 1871 ging die Verwaltung des Hospitals aufgrund des Bundesgesetzes über den Unterstützungswohnsitz vom 8. März 1871 auf die Stadtverwaltung über. Auch in den nächsten Jahren folgten zahlreiche Umbauten und Erweiterungen sowie Änderungen in der inneren Struktur. Im Jahre 1882 brachen in Koblenz die Pocken aus. Nachdem die Kranken nicht mehr in einem abgesonderten Flügel des Hospitals untergebracht werden konnten, baute man auf dem Moselweißer Feld eine Holzbaracke. Die Pockenepidemie dauerte von Januar bis November 1882. Hinzu kam im Sommer des Jahres 1882 ein weiterer, durch Hochwasser bedingter Notstand. Als das Hospital 2 Meter unter Wasser stand, mussten alle Kranken, Geräte und Vorräte in die oberen Stockwerke geschafft werden. Das Hochwasser hatte viele Schäden hinterlassen, wodurch eine vollkommene Restaurierung notwendig wurde.
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Im Juli 1883 wurde der Ausbau der äußeren Station fertig gestellt, so dass die Beschaffung der Ausstattung beschlossen werden konnte. Es waren damals 70 Betten vorhanden, zuzüglich 40 Betten für das Epidemiehaus und 6 Kinderbetten. Nach einem Verwaltungsbericht aus dem Jahre 1912 wurden 2036 Kranke stationär und 2527 ambulant im Hospital behandelt und 36.053 Pflegetage abgerechnet. Die Stadt Koblenz hatte damals 57.997 Einwohner. Nach dem 1. Weltkrieg genügte das alte Hospital in der Castorstrasse nicht mehr den Anforderungen. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss in der Sitzung am 28. Februar 1921 den Ankauf des Kemperhofes, um ihn durch Um- und Erweiterungsbauten den damaligen Anforderungen an ein funktionsgerechtes Krankenhaus und gleichzeitig zum größten Krankenhaus im nördlichen Rheinland-Pfalz umzugestalten. Den Namen „Kemperhof“ hat das Haus durch die Zisterzienser-Niederlassung in Deutschland, die Abtei Altenkamp im heutigen Kreis Moers (Niederrhein) erhalten. Die Abtei Altencamp, auch Camp genannt, hatte um das Jahr 1200 Gelegenheit, unweit der Stadt Koblenz bei der Ortschaft „Wisse“ das an der Mosel gelegene Hofgut zu erwerben, das zunächst „Camperhof“ und später Kemperhof genannt wurde. Durch die hohen Abgaben und Frondienste, die der Erzbischof Balduin im 14. Jahrhundert forderte, sahen sich die Mönche gezwungen, das Hofgut einschließlich einer Schiffsmühle auf der Mosel im Jahre 1355 an den Karthäuser Orden zu verkaufen. Nach der französischen Revolution war das Hofgut im Jahre 1805 säkularisiert und an Privatleute verkauft worden. Im Jahre 1850 wurde der Kemperhof von dem kath. Männerverein erworben, der ein Waisenhaus mit Schule einrichtete. Aufgrund des Stadtratsbeschlusses von 1921 wurden die Gebäude und das Gelände des heutigen Krankenhauses Kemperhof von der Stadt Koblenz erworben und 1923 endgültig seiner noch heute gültigen Zweckbestimmung zugeführt.
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Trotz vieler baulicher Sanierungsmaßnahmen sowie Um- und Erweiterungsbauten entsprach das Gebäude bald nicht mehr den modernen medizinischen und hygienischen Anforderungen an einen funktionierenden und wirtschaftlich arbeitenden Krankenhausbetrieb. Deshalb beschloss der Stadtrat im Jahre 1959 einen Krankenhausneubau, der eine Belegung von bis zu 700 Betten ermöglichte. Der medizinische Fortschritt und die Organisationsentwicklung machten es notwendig, dass am 7. März 1996 der Spatenstich für einen neuen Funktionsbau erfolgte. Es entstanden sieben OP-Säle mit Aufwachstation, eine Intensivstation, eine zentrale Sterilgutaufbereitungsanlage, eine zentrale Wäscheversorgung sowie ein Betten- und Evakuierungsaufzug nach den neuesten Erkenntnissen. Die medizinische Versorgung der Patienten für ambulante und stationäre Diagnostik und Therapie wurde weiter optimiert. Durch diesen Neubau war es nunmehr möglich, auch die anderen Funktionsbereiche neu zu gestalten und weiter zu entwickeln (z.B. Urologie). Wurden im Städtischen Hospital im Jahre 1805 noch ausschließlich Koblenzer behandelt, so dient das heutige Städtische Klinikum Kemperhof als Schwerpunktkrankenhaus mit seinen elf Kliniken der medizinischen Versorgung der Bevölkerung in Koblenz und seiner weiteren Umgebung. Vom städtischen Hospital bis zum heutigen modernen Akutkrankenhaus als Klinikum Kemperhof war es ein langer Weg, der soziale Auftrag blieb jedoch stets der gleiche. Der Patient steht als Mensch im Mittelpunkt. |
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