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"Das Hospital zu Koblenz" bis 1923 1110: Mit dem „Nikolaushospital“ wird die älteste Koblenzer Hospitalstiftung genannt. Gründer scheint Erzbischof Bruno von Trier gewesen zu sein. 1188: Erste urkundliche Erwähnung des Kemperhofgeländes. 1216: Auch der Deutsche Orden gründet ein Hospital. 1236: In einer Urkunde vom 11. September wird zum ersten Mal das Franziskanerkloster im Kastorviertel genannt. 1238: In der heutigen Altstadt wird das Heilig-Geist-Hospital eingerichtet. Die Grundlage bildet eine Stiftung, die Aufsicht übernimmt die Stadt. 1267: Zwischen Koblenz und Kapellen wird das Siechhaus zur Aufnahme von Leprakranken eröffnet. 1276: Im Weißer-Nonnen-Kloster gibt es eine Einrichtung für die Krankenpflege. Um 1300: Die gotische Kirche zum Heiligen Sebastianus wird als Teil des Franziskanerklosters im Kastorviertel errichtet. 1370: Das Neuendorfer Hospital wird gegründet. Der erste Standort befindet sich in Koblenz-Lützel. 1502: Die Karthäuser erhalten die Erlaubnis, die Kapelle auf dem alten Kemperhofgelände zu nutzen. Die alte Kemperhof wird zunächst vom Orden bewirtschaftet, dann verpachtet. 1652: Die Kongregation der sogenannten Hospitalschwestern vom Heiligen Karl Borromäus wird in Nancy gegründet. 1694/1696: Das Franziskanerkloster wird umgebaut und erweitert. 1805: Ein weitres Dekret Napoleons legt am 13. November Details der Hospitalgründung fest. Unter anderem wird das Vermögen von acht Stiftungen zur Finanzierung der neuen Einrichtung zusammengelegt. 1805: Die Franzosen verkaufen den von ihnen eingezogenen alten Kemperhof am 25. April. Der Französische Domänenempfänger Robin ersteht das Gelände mit den desaströsen Hofgebäuden. Weitere Eigentümerwechsel folgen. 1810/1811: Die Borromäerinnen kommen zuerst nach Saarlouis, dann nach Trier. 1813/1814: Die Franzosen verlassen am 31. Dezember die Stadt. In der Neujahrsnacht marschieren russische Truppen in Koblenz ein. 1817: Im Hungerjahr engagieren sich die Koblenzer Händler und Unternehmer Hermann Josef Dietz und der Publizist Joseph Görres in einem Hilfsverein. Auch der Romantiker Clemens Brentano gehört zu diesem Kreis. 1819: Der Koblenzer Oberbürgermeister Abundius Mähler wendet sich zum ersten Mal an die Oberin des Hospitals. Sie soll Borromäerinnen von Nancy - sie haben im Bereich der Krankenpflege einen hervorragenden Ruf – nach Koblenz vermitteln. Das Vorhaben scheitert vorerst, weil es zu wenige Schwestern gibt. 1825: Dem Unternehmer Hermann Josef Dietz, dessen Frau sowie Mitgliedern der Hospitalkommission gelingt es, erfolgreiche Kontakte zu den Borromäerinnen zu knüpfen. Am 25. November sendet die Stadt den Vertragsentwurf zur Genehmigung an die Regierung. 1826: Sechs Borromäerinnen kommen am 10. Juli von Nancy nach Koblenz und ziehen in das Bürgerhospital ein. Es sind: Die erste Oberin Margareta (Theodosie) Klein aus Welferdingen bei Saargemünd, Theresia (Philippine) Müller aus Straßburg, Maria Magdalena (Hildegarde) Mayer aus Finstingen bei Saarburg, Margarete (Cäcilia) Mageg aus Finstingen, Maria Anna (Tharsilia) Birk aus Collin bei Boullay in Lothringen und die Novizin Katharina (Kolumba) Collin aus Biche bei Diedenhofen. 1826: Der Hausgeistliche des Bürgerhospitals wohnt erstmals im Hause. 1826: Im Bürgerhospital werden insgesamt 358 Personen behandelt. Die Zahl der Verpflegungstage wird mit 28.996 angegeben. 1827: Im Bürgerhospital werden insgesamt 458 Personen behandelt. Die Zahl der Verpflegungstage steigt auf 34.010. 1828: Im Bürgerhospital werden insgesamt 477 Personen behandelt. Die Zahl der Verpflegungstage liegt bei 38.169. 1843: Die Zahl der behandelten Kranken steigt auf insgesamt 1107. 1847: Die Hospitalkommission hat zum ersten Mal evangelische Mitglieder. 1849: Die deutsche Provinz der Boromäerinnen mit Sitz in Trier wird gegründet. 1850: Der Katholische Männerverein Koblenz erwirbt das Kemperhofgelände. Am 3. Juni wird in Anwesenheit von Prinzessin Augusta, der späteren Kaiserin, der Grundstein für ein neues Waisenhaus gelegt. Als Baumeister zeichnet Adolf Osterhaus aus Koblenz verantwortlich. 1851: Am 1. Oktober ziehen fünf Schulbrüder in das neue Gebäude auf dem Kemperhofgelände ein. Sie eröffnen am 15. Oktober mit 52 Knaben das Waisenhaus. Die provisorische Hauskapelle wird den heiligen Schutzengeln geweiht. 1860: Die heute noch bestehende Kapelle des Kemperhofs wird nach einem Plan des damaligen Hospitalgeistlichen Meurer errichtet. 1861: Das eigentliche Knabenpensionat wird eröffnet. Den Unterricht übernehmen Mitglieder des am 25. Mai 1684 von Jean Baptiste de La Salle (1651 – 1719) gegründeten katholischen Ordens der Schulbrüder. Der moselwärts gerichtete Erweiterungstrakt wird gebaut. 1865: Die Kapelle des Kemperhofs erhält eine neue Orgel. Das Instrument liefert der Orgelbauer Schlaad aus Waldlaubersheim für 1000 Taler. 1865: Das Knabenpensionat umfasst sechs Klassen und führt zum Einjährigen (mittlere Reife). 1866: Die Zahl der im Bürgerhospital behandelten Kranken steigt auf einen vorläufigen Höchstwert von 2000. Waisenkinder werden nicht mehr aufgenommen. 1871: Die Hospitalverwaltung wird nach entsprechenden Gesetzesänderungen völlig neu geordnet. Die alte Hospitalkommission tritt aber erst 1879 ab. 1872: Die Trierer Provinz der Borromäerinnen wird von Nancy unabhängig. 1873: Das Bürgerhospital wird umgebaut und erweitert. 1879: Infolge des Kulturkampfes müssen die Schulbrüder ihren Unterricht aufgeben. An ihre Stelle treten Laien und Weltgeistliche. 1883: In Koblenz wird die erste Ortskrankenkasse gründet. Die Versichertengemeinschaft übernimmt vereinbarte Behandlungskosten. 1887: Die Borromäerinnen übernehmen die Bewirtschaftung des Knabenpensionats. 1890: Die Kirche des alten Franziskanerklosters – jetzt Hospitalkirche – wird saniert und später auch neu ausgemalt. 1902: Im Bürgerhospital werden insgesamt 3241 Kranke behandelt, die Zahl der Pflegetage steigt auf 135.133. 1908: Auf dem Kemperhofgelände wird das Waisenhaus gebaut. 1911: Im Bürgerhospital werden 3377 Kranke behandelt. 1912: Im Knabenpensionat auf dem Kemperhofgelände lernen 197 Schüler. 1913: Am heutigen Moselring wird am 22. Oktober 1913 das Kaiserin-Augusta-Heim für Wöchnerinnen offiziell eröffnet. 1918: Koblenz wird am 12. März Ziel eines ersten Luftangriffs. 1920: Die Trierer Genossenschaft der Borromäerinnen zählen in sieben Diözesen 63 Niederlassungen mit 1034 Schwestern und 186 Novizinnen. 1921: Wegen der Entwicklung der Inflation sehen sich die Mitglieder des Katholischen Männervereins außerstande, das Knabenpensionat weiter zu betreiben. Die komplette Anlage wird an die Stadt Koblenz verkauft. Schnell folgen umfassende Umbauarbeiten, um die künftige Nutzung als Krankenhaus vorzubereiten. Das Bürgerhospital wird weiter genutzt. 1923: Inflation und Separatistenaufstände machen auch den Koblenzern zu schaffen. |