|
Hospiz e.V. Region Mayen Grundprinzipien der Hospizarbeit und Aufgaben Hospize erkennt man nicht an äußeren Baulichkeiten, sondern an der Verwirklichung von fünf Grundprinzipien: 1. Hospiz-Dienste zentrieren sich ganz um die Wünsche sterbender Menschen und ihrer Angehörigen. Sie berücksichtigen dabei insbesondere die vier Kernbedürfnisse sterbender Menschen: - Das Bedürfnis, im Sterben nicht alleine gelassen zu werden, sondern an einem vertrauten Ort (möglichst zu Hause) inmitten vertrauter Menschen zu sterben
- Das Bedürfnis, im Sterben nicht unter Schmerzen und an deren körperlichen Beschwerden leiden zu müssen.
- Das Bedürfnis, noch letzte Dinge ("unerledigte Geschäfte") zu regeln.
- Das Bedürfnis, die Sinnfrage (Sinn des Lebens, Sinn des Sterbens u.ä.) zu stellen und die Frage des "Danach" zu erörtern.
Hospize wenden sich hierbei (im Unterschied zum herkömmlichen Gesundheitswesen) nicht nur an den sterbenden "Patienten", sondern ebenso auch an die, die ihm nahe stehen (Familie, Partner, Freunde). 2. Dem Sterbenden und seinen Angehörigen steht ein interdisziplinär arbeitendes Team von Fachleuten zur Verfügung. Ihm gehören mindestens Arzt, Krankenschwestern, Sozialarbeiter und Seelsorger an. Die Teammitglieder unterstützen nicht nur die betroffene Familie, sondern stützen sich auch gegenseitig v.a. in emotionaler Hinsicht. 3. In die Arbeit aller Hospize werden freiwillige Helfer einbezogen. Sie dienen einerseits dazu, dass Sterbebegleitung nicht ausschließlich zur Aufgabe für berufliche Helfer wird.. Ferner tragen sie zur Integration des Sterbenden und Angehörigen in das Gemeinwesen bei. 4. Das Hospiz-Team verfügt über spezielle Kenntnisse und Erfahrungen in der Therapie von Schmerzen und anderen Sterben belastenden Körperreaktionen. Hier hat die Hospizbewegung insbesondere eine relativ einfache, auch ambulant gut durchführbare Methode der oralen Schmerzbehandlung mit "Morphium" entwickelt, die es dem Patienten ermöglicht schmerzfrei und dennoch bei vollem Bewusstsein (kommunikationsfähig) zu bleiben. Diese Kenntnisse eingebettet in das Wissen darum, dass Schmerzen nicht eine physische, sondern stets auch eine psychische, soziale spirituelle Dimension haben. 5. Das Hospiz-Team gewährleistet Kontinuität in der Betreuung. Hierzu gehört einmal, dass die Familie sicher sein kann, rund um die Uhr einen kompetenten Mitarbeiter des Teams anzutreffen. Hierzu gehört aber auch, dass die Fürsorge des Teams für die Familie nicht mit dem Tod des geliebten Menschen endet. Die Angehörigen werden von dem Hospiz-Team auch durch die Phase der Trauer begleitet. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Prävention von Krankheiten bei den Hinterbliebenen. |