Gemeinschaftsklinikum Kemperhof koblenz St. Elisabeth Mayen

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Leistenhernien


Indikationssprechstunde

Nach Terminvereinbarung bitten wir um Vorstellung der Patienten in meiner Indikations-Sprechstunde Di. und Do. ab 14:00 Uhr.  
 
Die OP-Indikation wird gestellt und die Art der Herniotomie mit dem Patienten besprochen.  Bei Rezidiv-Eingriffen und beidseitigen Leistenbrüchen ist die Laparoskopische Herniotomie (TAPP = Transabdominelle praeperitoneale Netzimplantation) die Methode der Wahl.  
 
Immer häufiger entschließen wir uns bei sportlichen Patienten mit nur einseitiger Leistenhernie wegen der schnelleren Rekonvaleszenz für das TAPP-Verfahren. Lediglich bei großen Skrotalhernien im fortgeschrittenen Alter ist ein Lichtenstein-Repair der laparoskopischen Methode vorzuziehen .
 
Die Methode nach Shouldice wird für Patienten im jugendlichen Alter oder für Patienten mit Abneigung oder Allergie gegen das alloplastische Material vorgehalten.  
 
Die meisten LH-Operationen müssen heute aufgrund der Vorgaben der Krankenkassen ambulant durchgeführt werden. Ausnahmen (Einzelhaushalt, keine Verkehrsanbindung, Haushalt ohne Telefon etc.) sind im zu begründenden Einzelfall möglich.
Wegen der Eröffnung des Bauchraums wird eine laparoskopische Herniotomie grundsätzlich nicht ambulant durchgeführt.
 
Nach abschließender Klärung der Fragen des Patienten  wird ein fester Termin für die prästationäre Sprechstunde und ein fester Termin für die Operation vereinbart.
 
 

Prästationäre Sprechstunde

Im Zuge der gesundheitspolitischen Veränderungen nehmen wir die Patienten zur Herniotomie erst am Tag der Operation stationär bei uns auf. Die erforderlichen Vorbereitungen werden ambulant in der prästationären Sprechstunde wenige Tage vor der Operation erledigt. 
 
Operationsvorbereitung in der prästationären Sprechstunde
 
Bei ansonsten gesunden PatientInnen:
  • Überprüfung der Laborwerte
  • EKG: ³ 40 J.
  • Röntgen-Thorax: nur nach ärztlicher Indikation
  • Operationsaufklärung durch einen Chirurgen
  •  Narkoseaufklärung durch einen Anästhesisten
  • Klärung der Thromboseprophylaxe:  - bei vorstationären normgewichtigen Patienten = Fragmin P/d s.c., morgens bei erhöhtem Thromboserisiko (Thrombophile Diathese, Z.n. TVT, familiäre Belastung) NMH gewichtsadaptiert höher dosiert (Beipackzettel)  
 
 
Zusätzlich muss bei Patienten mit Vorerkrankungen überprüft werden: 
  • Bei arterieller Hypertonie: Blutdruckeinstellung (Blutdruckmedikation darf am Morgen der Operation mit einen kleinen Schluck Wasser eingenommen werden)
  • Bei Diabetes mellitus: Blutzuckereinstellung (Metformin (GlucophageÒ; MescoritÒ)    4 Tage präoperativ absetzen und ggf. auf Insulin umstellen)
  • Bei Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern: Acetylsalicylsäure (ASSÒ, AspirinÒ,  AsproÒ, GodamedÒ, Herz-ASSÒ , ThomapyrinÒ), Ticlopidin (TiclydÒ) und Clopidrogel (PlavixÒ/IscoverÒ), ReoProÒ, AggrastatÒ, IntegrilinÒ, RocornalÒ und PersantinÒ 1 Woche präoperativ absetzen, ggf. Gabe von Fraxiparin
  • Marcumar absetzen, ab einem Quickwert von ³ 30 % (INR £ 2,5) überlappend Fraxiparin, je nach Indikation in gewichtsadaptiert therapeutischer Dosierung -  für elektive Operation: Quickwert > 50 % 
  • Bei Schilddrüsenerkrankungen oder V.a. Hyperthyreose: TSH, fT3 u. fT4 -Kontrolle  
 
 

Aufnahme am Operationstag

Aufnahme  
 
Wir bitten die Patienten, sich am Operationstag um 7:00 Uhr auf der Station  einzufinden. Ambulante Patienten gehen bitte auf die Station 2A, stationäre auf die Station 3B.  
 
Die Anästhesie bittet dringend,  folgende Nüchternzeiten einzuhalten: 
  • Letzte leichte Mahlzeit 6 Std. vor der Operation
  • Letztes Getränk  2 Std. vor Operations-Einleitung (1-2 Gläser Wasser oder Tee.   Kein Fett! Keine festen Bestandteile!)  
 
Die/Der  Schwester/Pfleger ist den Patienten beim Beziehen des Patientenzimmers, ggf. beim Einräumen des Schranks, ggf. beim Entkleiden behilflich.
Die Rasur des Operationsgebietes wird durch das Pflegepersonal erledigt.
Jeder Patient wird noch einmal von einem Arzt gesehen und erhält Gelegenheit Fragen zu stellen und eventuelle Unklarheiten zu beseitigen. 
 
Operation
Bei der Laparoskopischen Hernie wird von der Bauchhöhle aus zunächst der Bruchsackinhalt aus der Hernie in den Bauchraum gezogen. Danach wird zur Bauchwandverstärkung ein Netz vom Os pubis über die Bruchpforte hinweg bis zum Befginn der Blase gelegt. Die Verankerung erfolgt über Metallclips oder nach neuester Methode, die wir zunehmend anwenden, mittels Fibrinkleber.
Bei der OP nach Lichstein wird das Netz von außen an das Leistenband fixiert, um den inneren Leistenring gelegt und weiter auf dem M. internus fixiert.
Die Shouldice-Methode doppelt die ausgedünnte Faszia transversalis mittels eines nicht resorbierbaren Fadens mit Einengung des inneren Leistenrings und doppelt darüber den M. Internus mit dem Leistenband.  
 
Der Hautverschluß erfolgt regelhaft durch einen resorbierbaren Faden, sodaß ein Fadenziehen entfällt.
Starke Verwachsungen z.B. nach Voroperationen können zu einem Umstieg von der laparoskopischen zur offenen Herniotomie erfordern. Standardmäßig wird eine perioperative Singleshot-Antibiose mit Cefuroxim durchgeführt. 
 
 
Am OP-Tag werden die Patienten zunächst im Aufwachraum durch eine(n) Anaesthesieschwester/pfleger betreut. Hier werden Herz-Kreislaufkontrollen sowie lokale Wundkontrollen durchgeführt.
 
Postoperative Behandlung
 
  • Visite, Wundkontrollen, Überprüfung von evtl. Drainagen
  • Analgesie nach Schmerzschema
  • Normale Ernährung ab dem 1. postoperativen Tag
  • Normale Mobilisation je nach Beschwerden möglich
 
Entlassung bei unauffälligem klinischen Verlauf ab dem 2. postoperativen Tag ist möglich.
Patienten erhalten in jedem Fall einen zumindest vorläufigen Entlassungsbrief sowie ein Merkblatt zum Verhalten nach Leisten- und Schenkelbruchoperationen, das die nachstehend aufgeführten Verhaltensregeln enthält. 
  • Ggf. Wiedervorstellung zur Kontrolle am 7.-14. postoperativenTag  
 
 
 

Postoperative Verhaltensregeln

Operationswunden
Die Wunden wurden mit einem selbstauflösenden Faden genäht, das Fadenziehen entfällt.
Ab dem 2. Tag nach dem Eingriff benötigen die Operationswunden in der Regel keine Pflaster mehr, kurzes Duschen ist dann auch ohne Pflaster gestattet.  Sollte dennoch ein Pflaster gewünscht werden oder sollten die Wunden noch etwas gereizt sein, ist es möglich ein unsteriles, herkömmliches Pflaster aufzubringen.
Der Wundschmerz ist bei jedem Patienten von unterschiedlicher Art und Dauer. Er sollte allerdings spätestens 3 Wochen nach der Operation angeklungen sein. Sollte dies nicht der Fall sein, bitten wir um Wiedervorstellung der/s Patienten/in.      
 
Körperliche Belastung und Arbeitsfähigkeit  
Je nach der beruflichen Tätigkeit ist die Arbeitsfähigkeit je nach Tätigkeit ein bis vier Wochen nach der Entlassung wieder gegeben. Für mindestens 3 Wochen sollte auf schwere körperliche Tätigkeiten sowie auf das Heben und Tragen schwerer Lasten (mehr als 10kg) verzichtet werden.
Das selbstständige Steuern eines Kraftfahrzeuges sollte frühestens 1 Woche nach dem Eingriff und nur bei Schmerz- und Beschwerdefreiheit geschehen.  Bis dahin kann eine schmerzbedingte Reaktionsverzögerung auf der operierten Seite bestehen.  
 
Ernährung  
Prinzipiell ist keine Diät notwendig. Allerdings sollte nach der Operation für ca. 1 Woche eine gut bekömmliche Schonkost eingehalten werden.
Bekleidung  
Eine eng anliegende Unterhose reduziert eine nachfolgende Schwellung, bei Männern beugt sie einer Hodenschwellung vor.
 
Sport
In Abhängigkeit von den hierbei auftretenden Belastungen der Leistenregion empfehlen wir folgendes Schema, gerechnet ab dem Operationstag:
  • Ab dem 8.Tag: leichte Sportarten wie zum Beispiel Wandern und Fahrradfahren in der Ebene
  • Ab der 2. Woche: Sportarten wie zum Beispiel Wandern und Schwimmen
  • ab der 3. Woche:  Sportarten wie Joggen und Fahrradfahren in der Ebene
  • ab der 4. Woche:  Sportarten wie Fußball, Handball, Tennis, Golf sowie jeglichen Leistungssport, zunächst jedoch noch in gemäßigter Form  
 
 
Intimverkehr  
Sofern im Operationsgebiet keine Blutergüsse oder starken Schwellungen vorliegen, sowie im Bauchbereich keine Schmerzen mehr bestehen, ist Intimverkehr ab dem 10. Tag nach der Operation möglich.
 
 



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