Gemeinschaftsklinikum Kemperhof koblenz St. Elisabeth Mayen

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Resektion bei Sigmadivertikulitis

Die angegebenen Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf elektive Operationen bei Divertikulitiden des Sigma und des li Hemicolon und der Wiederherstellung der Darmkontinuität nach Hartmann-OP.  
 
Alle dringlichen oder Notfallsituationen erfordern ein spezielles Akutvorgehen und werden nach stationärer Aufnahme bevorzugt abgeklärt oder bereits operativ behandelt.
 
 

Indikationssprechstunde

Frau Theisen im Patientengespräch

Nach Terminvereinbarung  bitten wir um Vorstellung der PatientInnen in der Sprechstunde Di und Do ab 14:00 Uhr (Anmeldung bei Frau U. Theisen 02651/ 83-4803 tgl. 8:00 Uhr bis 13:00Uhr ).
Um eine OP-Indikation stellen zu können, benötige ich folgende Befunde: 
  • Coloskopiebefund mit Histologiebefund   
  • Bilder und Befund eines Colon-KE (üblicherweise mit Gastrografin)
  • Evtl. CT (Bilder und Befund)      
Nach abschließender Klärung der Fragen des Patienten sowie kurzer  Vorabaufklärung über die Durchführung der →Operation wird ein OP-Termin vereinbart. 
Der Pat. erhält einen Patientenfragebogen sowie unseren Flyer zum →fast-track-Konzept.
 
 

Stationäre Aufnahme am Tag vor der Operation

Stationäre Aufnahme
 
Wir bitten die Patienten, sich  zwischen 08:00 und 09:00 Uhr in der chirurgischen Ambulanz einzufinden. Der dortige Arzt prüft anhand von Checklisten noch einmal die Vollständigkeit aller Befunde und bestätigt durch eine orientierende Untersuchung die OP-Fähigkeit. Danach geht der Patient auf die Gruppe 3B oder wird von einer(m) Schwester/Pfleger abgeholt. 
 
Unsere Pflegekräfte sind behilflich beim Beziehen des Zimmers, beim Einräumen des Schranks, ggf. beim Entkleiden.  
 
Mit wenigen Ausnahmen wird heute bei der perioperativen Behandlung aller elektiven Operation das sogenannte →fast-track-Konzept angewendet.
Eine orthograde Darmspülung ist dazu nicht mehr notwendig. Ein detaillierter Ernährungsplan sowie ein spezielles perioperatives Schmerzregime sorgt für eine bessere und schnellere Rekonvalenz.  
 
Operationsvorbereitungen
 
Bei ansonsten gesunden Patienten:  
  • Überprüfung der Laborwerte ( kl. Blutbild, CRP, Gerinnungswerte
  • Elektrolyte, Nierenwerte,  Blutgruppe mit Antikörpersuchtest bei  mit Vorhalten von 2 ungekreuzten Konserven
  • EKG bei Pat. über 40 J 
  • Röntgen-Thorax nach spezieller Indikation
  • Operationsaufklärung durch einen Chirurgen
  • Narkoseaufklärung durch einen Anaesthesisten
  • Beginn der Ernährungstherapie nach dem fast-track-Konzept  
  • Klärung der Thromboseprophylaxe: bei normgewichtigen Patienten Fragmin p s.c. morgens vor der OP                       Bei erhöhtem Risiko (thrombophile Diathese, Z.n. TVT, familiäre Belastung gewichtsadaptiertes niedermolekulares Heparin (s.Beipack-Zettel)  
- zusätzlich bei Patienten mit Vorerkrankungen:
  • Bei arterieller Hypertonie: Blutdruckeinstellung (Blutdruckmedikatikation darf am Morgen der Operation mit einem kleinen Schluck Wasser eingenommen werden)
  • Bei Diabetes mellitus: Blutzuckereinstellung (metforminhaltige Medikamente (zB. Glucophage, Mescorit) 4 Tage vor der Op absetzen, ggf. Umstellung auf Insulin 
  • ASS-haltige Medikamente sind 1 Woche vorher abzusetzen 
  • Marcumar absetzen, ab einem Quickwert von 30% überlappend Fragmin einsetzen. Der Quickwert sollte mindestens 5o% betragen.  
 
Operation
Die überwiegende Mehrzahl aller Operationen wird in unserem Hause laparoskopisch durchgeführt. Die Mobilisation, die Skelettierung sowie die Durchtrennung des Sigma mithilfe eines Endo-GIA-Gerätes wird laparoskopisch durchgeführt. Über einen etwa 6-8cm langen Pfannenstielschnitt wird der proximale Sigmaabschnitt vor die Bauchhöhle gezogen, dort abgesetzt und der Kopf eines Stapler-Gerätes eingeknotet.
Vom After aus wird nun der Stapler eingeführt, unter wiederum laparoskopischer Sicht mit dem wieder in der Bauchhöhle befindlichen Kopf zusammengeführt und die Anastomose getätigt.
 
Bei einigen Voroperationen sowie Verklebungen durch Entzündungen oder größeren Abszessen wird natürlich auch noch das offene Verfahren angewendet. Die Sicherheit des Patienten bestimmt hier das Vorgehen.
Ebenso kann das laparoskopische Verfahren bei sehr hochreichenden Divertikulitiden (li Flexur) und möglicherweise langem divertikelfreien Rektum bzw Sigma nicht zur Anwendung kommen. Der limitierende Faktor ist hier eine Staplerlänge von ca. 20 cm. In gleicher Weise ist auch eine laparoskopische Hemicolektomie rechts nicht sinnvoll.  
 
Postoperativer Verlauf
Nach dem  →fast-track-Konzept wird am OP-Tag ein spezielles Schmerzregime angewendet. Sowohl über den präoperativ gelegten PDK als auch systemisch werden Schmerzmittel verabreicht.  Die Magensonde wird bereits am Ende der Operation wieder entfernt. Die Infusion erfolgt über eine normale Venenverweilkanüle.  Die Patienten dürfen ausreichend trinken. Zusätzlich erhalten sie Proteindrinks oder Joghurts, wahlweise Malzbier.
Etwa 2 Stunden Sitzen im Stuhl sowie ein Gang auf ebener Erde dienen zur Mobilisation und Pneumonieprophylaxe.  
 
In den nächsten Tagen werden sowohl Nahrungsaufnahme (Schonkost) als auch Bewegungsumfang gesteigert. Der Dauerkatheter wird entfernt. Zur Förderung der Darmmotilität wird Magnesiumcitrat verabreicht. Der Periduralkatheter wird spätestens am 3. postop.-Tag entfernt. Evtl . eingelegte Bauchdrainagen werden nach Ingangkommen der Darmtätigkeit entfernt.
Bei ungestörtem Verlauf und Wohlbefinden des Patienten kann die Entlassung ab dem 5. postoperativen Tag erfolgen.  
 
Alle Patienten, die innerhalb der ersten postoperativen Woche entlassen werden, erhalten  ein →Merkblatt für den weiterbehandelnden Arzt.  
 
 

Verhaltensregeln nach Entlassung

Ernährung
Bei Divertikulitis erhält der Patient vor Entlassung eine Ernährungsberatung.
Schlackenreiche Kost ist zu bevorzugen. Auf regelmäßigen Stuhlgang sollte geachtet werden.

Thromboseprophylaxe
Die Weitergabe der Thromboseprophylaxe ist nur bei besonderer Disposition erforderlich.

Wunden
Die Wunden werden überwiegend mit einem selbstauflösenden Faden genäht. Das Fadenziehen entfällt. Ein Pflaster ist nach dem 2.Tag nicht mehr erforderlich. Kurzes Duschen ist erlaubt.

Arbeitsunfähigkeit
Arbeitsfähigkeit  ist ca. 2-3 Wochen nach Operation wieder gegeben, je nach beruflicher Tätigkeit.
Das Steuern eines Fahrzeugs sollte nur bei Schmerzfreiheit und vollständiger Mobilisation erfolgen.

Sport
Jede Sportart, bei der keine Schmerzen empfunden werden, kann ausgeübt werden.  Bei größeren Wunden  (nach offenen Operationen)  sollte eine Karenzzeit von ca. 3 Wochen abgewartet werden (ausgenommen Wandern oder Fahrradfahren in der Ebene ab 8. Tag).

Intimverkehr

Intimverkehr ist 1 Woche nach dem Eingriff wieder erlaubt, sofern keine Blutergüsse oder stärkeren Schwellungen im OP-Gebiet vorhanden sind.  
 
Bei anhaltenden Wundschmerzen, Wundschwellungen, -rötungen, evtl.  verbunden mit Fieber und Unwohlsein bitten wir um Wiedervorstellung des Patienten.
 
 



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