Gemeinschaftsklinikum Kemperhof koblenz St. Elisabeth Mayen

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Strumaoperation


Indikations-Sprechstunde

Nach Terminvereinbarung  bitten wir um Vorstellung der Patienten in meiner Indikationssprechstunde Di und Do ab 14:00 Uhr.
Um eine OP-Indikation stellen zu können, benötige ich folgende Befunde:  
 
Sonographiebefund 
mit Angabe der Größe bzw des Volumens 
Echogenität 
Knoten (mit Angabe zur Größe,Lokalisation und Echogenität)
 
Szintigraphiebilder und –befund          
Evtl. Übersteuerungsszintigramm bei uni-, bifokalen und           disseminierten Autonomien
 
Labor  
Eine Schilddrüsenoperation kann wegen der Gefahr einer postoperativen  thyreotoxischen Krise nur in Euthyreose durchgeführt werden. Eine vorliegende  Hyperthyreose muß daher in jedem Fall bis zur Operation in eine Euthyreose überführt sein.
 
TSH  
bei Normalwert keine Hormonbestimmung erforderlich, bei Werten im Grenzbereich sowie eindeutig erhöhten oder erniedrigten     Werten zusätzlich fT3 und fT4-Bestimmung) 
 
Bei Knotenstrumen 
TSH-Bestimmung in den letzten 3 Monaten ausreichend.
Bei szintigraphisch vorliegender(n)  Autonomie(n)  TSH- Bestimmung in den letzten 4 Wochen.
Bei behandelter Hyperthyreose  TSH- mit Hormonbestimmung nicht älter als 1 Woche vor OP  
 
HNO-ärztliche Untersuchung          
Bei allen Strumaoperationen benötigen wir eine Laryngoskopie zur Beurteilung der präoperativen Stimmbandfunktion. Diese sollte nach Möglichkeit bis zur prästationären Sprechstunde erfolgt sein. 
 
Nach abschließender Klärung der Fragen des Patienten sowie kurzer  Vorabaufklärung insbesondere über die Gefährdung des N. recurrens wird ein Termin für die prästationäre Sprechstunde und ein OP-Termin vereinbart.
 
 

Prästationäre Sprechstunde

Im Zuge der gesundheitspolitischen Veränderungen und der Forderungen der Patienten nach einem kurzen stationären Aufenthalt nehmen wir die Patienten am Tag der Operation bei uns auf. Die erforderlichen Vorbereitungen werden ambulant in der prästationären Sprechstunde wenige Tage vor der Operation erledigt.
 
 

Operationsvorbereitung in der prästationären Sprechstunde

Bei ansonsten gesunden Patienten:
       
  • Überprüfung der Schilddrüsenrelevaten Befunde (Szintigraphie, Sonographie, HNO-Konsil) 
  • Evtl. Veranlassung von Zusatzuntersuchungen: z.B. Tracheazielaufnahme bei sehr großen Strumen, CT, MRT 
  • Überprüfung der Laborwerte ( kl. Blutbild, CRP, Gerinnungswerte, Elektrolyte, Nierenwerte,  Blutgruppe mit Antikörpersuchtest, bei Basedowstrumen, Rezidivstrumen, Struma per magna und bei Maligner Struma Blutgruppenbestimmung und Vorhalten von 2 Konserven,  Autoantikörper (TRAK, TPO-AK, Tg-AK)  bei  Basedowstrumen und Hashimnoto-Thyreoiditis
  • BSG bei  Thyreoiditis de Quervain)        
  • Bei Verdacht: Calcitonin (C-Zell-Carcinom)
  • EKG bei Pat. über 40 J        Röntgen-Thorax nur nach spezieller Indikation       
  • Operationsaufklärung durch einen Chirurgen       
  • Narkoseaufklärung durch einen Anaesthesisten       
  • Klärung der Thromboseprophylaxe bei normgewichtigen Patienten Fragmin p s.c. morgens vor der OP 
  • Bei erhöhtem Risiko (thrombophile Diathese, Z.n. TVT, familiäre Belastung gewichtsadaptiertes neidermolekulares Heparin (s.Beipackzettel)  
 
Zusätzlich bei Patienten mit Vorerkrankungen:  
 
  • Bei arterieller Hypertonie: Blutdruckeinstellung (Blutdruckmedikation darf am Morgen der Operation mit einem kleinen Schluck Wasser  eingenommen werden) 
  • Bei Diabetes mellitus: Blutzuckereinstellung (metforminhaltige Medikamente (zB. Glucophage, Mescorit) 4 Tage vor der Op absetzen, ggf. Umstellung auf Insulin
  • ASS-haltige Medikamente sind 1 Woche vorher abzusetzen
  • Marcumar absetzen, ab einem Quickwert von 30% überlappend           
  • Fragmin einsetzen. Der Quickwert sollte mindestens 5o% betragen.
 
 
 

Stationäre Aufnahme am OP-Tag

Wir bitten die Patienten, sich am OP-Tag um 7:00 Uhr auf der Station 3B einzufinden. 
Folgende Nüchternzeiten sind einzuhalten: 
Letzte leichte Mahlzeit mindestens 6 Stunden vor der Operation.
Letztes Getränk (klare Flüssigkeiten wie Tee oder Wasser) 2 Std. vor OP.
Unsere Pflegekräfte sind behilflich beim Beziehen des Zimmers, beim Einräumen des Schranks, ggf. beim Entkleiden. Zur Vorbereitung wird eine Rasur des OP-Gebietes vorgenommen. Der Operateur besucht den Patienten.
 
 

Operationen

Je nach Befunden nehmen wir in der Regel folgende Resektionen vor:  
  • bei nodösen Strumen:  subtotale  Resektion bds           
  • bei einzelnen unverdächtigen Knoten: funktionskritische Resektion
  • bei  Diss. Autonomie/Basedow-Struma: fast totale Resektion bds 
  • bei szintigraphisch kalt und sonographisch echoarmen Knoten:  Hemithyreoidektomie der betroffenen Seite           
  • bei  kühlen Knoten mit sonographisch variabler Echogenität: subtotal mit intraoperativer Schnellschnittuntersuchung  
 
Eine besondere intraoperative Aufmerksamkeit gilt dem N. recurrens. Das Monitoring des Nerven wird regelhaft bei der Präparation eingesetzt. 
 
Je nach Bedarf erhalten die Patienten für 1-2 Tage eine subcutane Redondrainage. Der Hautverschluß wird mit einem kosmetisch unauffälligen, resorbierbaren Intracutanfaden vorgenommen. 
 
Am OP-Tag werden die Patienten zunächst im Aufwachraum durch eine(n) Anaesthesieschwester/pfleger betreut. Regelmäßige lokale Kontrollen zur Beurteilung einer evtl. Nachblutung werden durchgeführt. Zusätzlich werden Phonation und Muskeltonus kontrolliert.  
 
1. postoperativer Tag        
Visite, Wundkontrollen, Überprüfung von Drainagen,  Kontrolle der Phonation und des Muskeltonus
Labor: kl. Blutbild, Elektrolyte mit Serumcalcium 
Normale Ernährung  
Entlassung bei unauffälligem klinischen Verlauf ab dem 2. postoperativen Tag möglich.
 
 

Nachsorge

Da zum Entlassungszeitpunkt  noch keine Histologie vorliegt, schlagen wir folgendes Vorgehen vor:
Bis zum 8. postoperativen Tag erhält der Patient keine Schilddrüsenhormone. Danach empfehlen wir für 3 Monate für jeden operierten Patienten 100µg Thyroxin.
Dann Bestimmung von TSH: bei  normwertigem TSH keine Substitution mehr erforderlich.
Bei Werten im Grenzbereich und bei pathologischen Werten Hormonbestimmung.
Davon abhängig Dosisanpassung. Bei auffälliger Histologie werden Sie telefonisch benachrichtigt und das weitere Vorgehen besprochen.  
 
Postoperative Verhaltensregeln  
Für den schilddrüsenoperierten Patienten gibt es postoperativ keine Einschränkungen.
 
 



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