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Vom Städtischen Krankenhaus zum "Krankenhaus St. Elisabeth" mit neuen Räumen Nach dem Kriegsende nahm das Krankenhaus Mayen seinen Betrieb für die Behandlung der Zivilbevölkerung offiziell wieder im August 1945 auf. Die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung verbesserte sich spürbar. Die Anstellung des Chirurgen Dr. Johannes Knopp als neuen Chefarzt brachte wegen seines guten Rufes weiteren Patientenzulauf auch und gerade aus der Umgebung von Mayen. Die bereits vor Kriegsbeginn von seinen Vorgängern festgestellten Mängel machten sich erneut bemerkbar, wonach das städtische Krankenhaus den gestellten Anforderungen nicht mehr gewachsen war (z.B. fehlende Isolierstation, Überbelegung). Mit dem Ausbau des Dachgeschosses für Krankenzimmer im Jahre 1950 erhöhte sich die Bettenzahl auf 175. Der Gesamtbedarf konnte jedoch weiterhin nicht abgedeckt werden. Erst 1953/1954 konnte mit dem Erweiterungsbau (Verlängerung des Nordflügels um 35 m und einer Breite von 13,60 m) in dreigeschossiger Bauweise mit ausgebautem Dachgeschoß begonnen werden. Insgesamt wurden 50 neue Bettstellen geschaffen, so dass das städtische Krankenhaus nun über insgesamt 225 Betten verfügen konnte. Im Kellerraum konnten eine Bädereinrichtung mit Kneippraum, Darmbad, Unterwassermassage mit Stangerbad, Kohlensäure-Sauerstoff-Bad, Inhalationsraum, Fangoraum und ein neues Labor eingerichtet werden. Im Erdgeschoss entstand eine geschlossene chirurgische Männerstation. Auf der ersten Etage wurde eine Privatstation und auf der zweiten Etage eine Kinder- und Wöchnerinnenstation eingerichtet. Erstmals wurde auch eine gynäkologische Abteilung eingerichtet, der als erster Leiter seit 1954 Dr. Otto Walther als Belegarzt vorstand. Im Speichergeschoß wurden die Räume für die Pflegeschülerinnen und die Zimmer für die weltlichen Schwestern eingerichtet. Die Beheizung der Räume erfolgte durch eine Ölheizungsanlage – die erste ihrer Art in Mayen. Eine nicht ganz unwichtige Entscheidung wurde in der Stadtratssitzung vom 29. Oktober 1954 getroffen: Dem Antrag von Schwester-Oberin Iduberga auf Neubenennung der Mayener Krankenanstalt in „Städtisches Krankenhaus St. Elisabeth“ wurde zugestimmt. Unumgänglich notwendig war zu diesem Zeitpunkt bereits der Umbau der OP-Räume, Röntgen-Räume und Bäderabteilung. Zur Verbesserung der „katastrophalen Raum- und Arbeitszustände“ bei steigenden Patientenzahlen entschied man sich zu einem Erweiterungsbau (Aufstockung des Isolierhauses), der Mitte des Jahres 1961 abgeschlossen werden konnte. Bei der Einweihungsfeier am 5. September 1961 konnte stolz auf die moderne Röntgen- und Operationsräume verwiesen werden, die den hohen Leistungsstand des Krankenhauses bestätigten. Auch nach der Fertigstellung des zweiten Erweiterungsbaues und der damit verbundenen Modernisierung des Mayener Krankenhauses St. Elisabeth gab man sich seitens der Stadt mit dem Erreichten noch nicht zufrieden. Aufgrund der steigenden Patientenzahlen zeigte sich ein erhöhter Bettenbedarf, zumal der medizinische Fortschritt in der Diagnostik und Therapie die Behandlung und Heilung von Krankheiten zugänglich machte, die früher nur selten oder überhaupt nicht möglich waren. Unter Berücksichtigung des medizinischen Fortschrittes und der Gesamtentwicklung im Gesundheitswesen wurde Anfang 1962 ein Gutachten beim Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) über die „Ärztlich pflegerische Zielsetzung für das erweiterte Krankenhaus St. Elisabeth in Mayen“ in Auftrag gegeben. Es wurde eine große Lösung im Sinne eines Neubaus des Mayener Krankenhauses vorgeschlagen, insbesondere auch wegen der überörtlichen Bedeutung der Grundversorgung der Bevölkerung auf Bezirksebene. Die vom DKI erarbeitete ärztlich-pflegerische Zielsetzung wurde vom Mayener Stadtrat im Mai 1963 beschlossen. Die Gesamtkosten für den Neubau wurden mit 17,5 Mio DM veranschlagt. Neben dem Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Mayen sollte auch der Kreis sich an der Finanzierung beteiligt, zumal im Jahre 1967 ca. 69 Prozent der Patienten nicht mehr aus der Stadt kamen. Im Oktober 1964 wurde mit den ersten Bauarbeiten begonnen. Die offizielle Eröffnung fand am 10. April 1970 statt. Fast sämtliche Zielsetzungen des DKI-Gutachtens konnten realisiert werden. Aufgrund seiner vielfältigen, modernen medizinisch-technischen Einrichtungen und seiner zeitgemäßen ärztlich-pflegerischen Organisationsstruktur repräsentierte sich das neue Krankenhaus auf einem sehr hohen Leistungsstand. Neben der neu eingerichteten Hauptfachabteilung Gynäkologie/Geburtshilfe und der Belegabteilung Urologie wurden die Rahmenbedingungen der Hauptfachabteilung Chirurgie und Innere Medizin sowie der Belegabteilungen für HNO-, Augen- und Kinderkrankheiten spürbar verbessert. Die Gesamtbettenzahl betrug bei Vollbelegung 364 und bei Normalbelegung 324 Betten. Die Gesamtkosten des größten Bauprojektes, das die Stadt Mayen bis dahin jemals realisiert hatte, erreichte im Jahre 1970 28 Mio DM. Die Stadt Mayen selbst sollte 11,7 Mio DM tragen, die zu einer Überforderung der Stadt führten. Der Anteil der behandelten Bürger aus Mayen betrug derweil ca. 30 Prozent, so dass die Forderung einer Umwandlung der Trägerschaft von einem Städtischen in ein Kreiskrankenhaus sich abzeichnete. Am 6. November 1970 wurde der „Krankenhausübertragungsvertrag“ zwischen dem Landkreis Mayen und der Stadt Mayen mit Wirkung ab 1. Januar 1971 unterzeichnet. Der Name wurde geändert auf „Kreiskrankenhaus St. Elisabeth Mayen“. Über alle wichtigen Entscheidungen hatte nunmehr eine „Krankenhauskommission“ zu beraten und entsprechende Empfehlungen an den Kreistag oder den Kreisausschuss weiterzuleiten. |