Gemeinschaftsklinikum Kemperhof koblenz St. Elisabeth Mayen

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Geschichte / Chronik des St. Elisabeth Mayen

 


Das Mayener Hospital im Mittelalter - eine Stätte christlich-sozialen Engagements

Im Jahr 1355, also vor mehr als 650 Jahren, wurde zum ersten Mal ein Hospital in der damals noch jungen Stadt Mayen erwähnt. Zwar ist über den eigentlichen Gründungsakt des Mayener Hospitals bisher kein urkundliches Dokument bekannt geworden, doch gibt eine Ablass-Bulle der päpstlichen Kurie ein erstes Zeugnis von dessen Existenz im Mittelalter. Die für die Anfänge des Mayener Hospitals aufschlussreiche und wichtige lateinisch verfasste Urkunde stammt vom 14. September 1355.
 
Vielfältige Stiftungen, die nicht zuletzt direkt oder indirekt durch die erwähnte Ablassbulle von 1355 veranlasst wurden, sicherten der Anstalt ein solides ökonomisches Fundament in den folgenden Jahrzehnten.
 

Neubeginn mit dem Marienhaus und dem "Klösterchen"

Die Räumlichkeiten und Möglichkeiten des ehemaligen Mayener Hospitals für die Unterbringung von erkrankten und allein stehenden Personen waren unzumutbar.  Der Ausbruch von Cholera-Epidemien (1849) sowie ein Nervenfieber und der Typhus (1856/1857) zeigten dann die volle Auswirkung der miserablen Verhältnisse. 1857 wurde durch die Stadt der grundlegende Neubau eines Hospitals beschlossen, welches an Ostern 1862 fortan als „Marienhaus“ seiner Bestimmung übergeben werden konnte.
Durch die Bemühungen des Pfarrers von St. Clemens, Karl August Stadtlmaier, konnten die „Barmherzigen Schwestern von hl. Karl Borromäus“ aus Trier für den Krankendienst am Mayener Hospital gewonnen werden. Über 100 Jahre sollten diese Schwestern segensreich und in vorbildlicher Weise in der Krankenpflege der Hospitalinsassen tätig sein.
 

Anschluss an den medizinischen Fortschritt der Zeit
- Plan und Bau für ein neues Krankenhaus
- das "Wilhelm-Auguste-Viktoria-Krankenhaus"
1906 bis 1918

Durch staatlichen Druck der vorgesetzten Behörde in den Jahren 1902 / 1903 beschloss der Stadtrat am 15.12.1904, dass das vorhandene Hospital als Waisen- und Pründnerhaus erhalten bleiben sollte. Für die Krankenpflege sollte ein neues Gebäude mit großem Garten und Hofraum auf dem Plateau zwischen Siegfried- und Kelbergerstraße errichtet werden (40 Betten mit Gesamtkosten von 160.000 Mark). Mit den Bauarbeiten wurde im Sommer 1906 begonnen.
 
Im Sommer 1909 waren sämtliche Bauarbeiten für das neue Krankenhaus abgeschlossen („Wilhelm-Auguste-Viktoria-Krankenhaus" in der Siegfriedstraße). Das neue Mayener Krankenhaus wurde damals als ein modernes, den Anforderungen der medizinischen Wissenschaft entsprechendes Krankenhaus bezeichnet. Die Gesamtkosten für einen solchen prachtvollen Bau überstiegen die ursprünglichen Kostenvorschläge um ein Vielfaches und beliefen sich letztendlich auf etwa 400.000 Mark.  
 
Am 30. August 1909 konnten die Mayener Bürger das neue Gebäude besichtigen und am 7. September 1909 fand die offizielle Einweihungsfeier in Anwesenheit des Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Freiherr von Schorlemer-Liefer, und dem Koblenzer Regierungspräsidenten Freiherr von Hövel statt.
 
Die Krankenpflege und die Wirtschaftsführung des neuen Krankenhauses waren mit den Booromäerinnen bereits im Mai 1909 vertraglich abgesichert. Die zunächst vorgesehene Anzahl von 6 Schwestern musste innerhalb von zwei Jahren auf 12 erhöht werden, um den Anforderungen gerecht zu werden. Gleichzeitig wurde erstmals ein Krankenhausarzt fest angestellt.
 
Am 1. April 1909 trat Dr. Löhrer aus Rodenkirchen als erster designierter Chefarzt des neuen städtischen Mayener Krankenhauses seinen Dienst in Mayen an.
 

Vom Städtischen Krankenhaus zum "Krankenhaus St. Elisabeth" mit neuen Räumen

Nach dem Kriegsende nahm das Krankenhaus Mayen seinen Betrieb für die Behandlung der Zivilbevölkerung offiziell wieder im August 1945 auf. Die medizinische Versorgung der Zivilbevölkerung verbesserte sich spürbar. Die Anstellung des Chirurgen Dr. Johannes Knopp als neuen Chefarzt brachte wegen seines guten Rufes weiteren Patientenzulauf auch und gerade aus der Umgebung von Mayen. Die bereits vor Kriegsbeginn von seinen Vorgängern festgestellten Mängel machten sich erneut bemerkbar, wonach das städtische Krankenhaus den gestellten Anforderungen nicht mehr gewachsen war (z.B. fehlende Isolierstation, Überbelegung). Mit dem Ausbau des Dachgeschosses für Krankenzimmer im Jahre 1950 erhöhte sich die Bettenzahl auf 175. Der Gesamtbedarf konnte jedoch weiterhin nicht abgedeckt werden.
 
Erst 1953/1954 konnte mit dem Erweiterungsbau (Verlängerung des Nordflügels um 35 m und einer Breite von 13,60 m) in dreigeschossiger Bauweise mit ausgebautem Dachgeschoß begonnen werden. Insgesamt wurden 50 neue Bettstellen geschaffen, so dass das städtische Krankenhaus nun über insgesamt 225 Betten verfügen konnte.
 
Im Kellerraum konnten eine Bädereinrichtung mit Kneippraum, Darmbad, Unterwassermassage mit Stangerbad, Kohlensäure-Sauerstoff-Bad, Inhalationsraum, Fangoraum und ein neues Labor eingerichtet werden. Im Erdgeschoss entstand eine geschlossene chirurgische Männerstation. Auf der ersten Etage wurde eine Privatstation und auf der zweiten Etage eine Kinder- und Wöchnerinnenstation eingerichtet.
 
Erstmals wurde auch eine gynäkologische Abteilung eingerichtet, der als erster Leiter seit 1954 Dr. Otto Walther als Belegarzt vorstand.  
 
Im Speichergeschoß wurden die Räume für die Pflegeschülerinnen und die Zimmer für die weltlichen Schwestern eingerichtet. Die Beheizung der Räume erfolgte durch eine Ölheizungsanlage  die erste ihrer Art in Mayen.  
 
Eine nicht ganz unwichtige Entscheidung wurde in der Stadtratssitzung vom 29. Oktober 1954 getroffen:
Dem Antrag von Schwester-Oberin Iduberga auf Neubenennung der Mayener Krankenanstalt in „Städtisches Krankenhaus St. Elisabeth“ wurde zugestimmt. Unumgänglich notwendig war zu diesem Zeitpunkt bereits der Umbau der OP-Räume, Röntgen-Räume und Bäderabteilung. Zur Verbesserung der „katastrophalen Raum- und Arbeitszustände“ bei steigenden Patientenzahlen entschied man sich zu einem Erweiterungsbau (Aufstockung des Isolierhauses), der Mitte des Jahres 1961 abgeschlossen werden konnte. Bei der Einweihungsfeier am 5. September 1961 konnte stolz auf die moderne Röntgen- und Operationsräume verwiesen werden, die den hohen Leistungsstand des Krankenhauses bestätigten.  
 
Auch nach der Fertigstellung des zweiten Erweiterungsbaues und der damit verbundenen Modernisierung des Mayener Krankenhauses St. Elisabeth gab man sich seitens der Stadt mit dem Erreichten noch nicht zufrieden. Aufgrund der steigenden Patientenzahlen zeigte sich ein erhöhter Bettenbedarf, zumal der medizinische Fortschritt in der Diagnostik und Therapie die Behandlung und Heilung von Krankheiten zugänglich machte, die früher nur selten oder überhaupt nicht möglich waren.    
 
Unter Berücksichtigung des medizinischen Fortschrittes und der Gesamtentwicklung im Gesundheitswesen wurde Anfang 1962 ein Gutachten beim Deutschen Krankenhausinstitut (DKI) über die „Ärztlich pflegerische Zielsetzung für das erweiterte Krankenhaus St. Elisabeth in Mayen“ in Auftrag gegeben.
 
Es wurde eine große Lösung im Sinne eines Neubaus des Mayener Krankenhauses vorgeschlagen, insbesondere auch wegen der überörtlichen Bedeutung der Grundversorgung der Bevölkerung auf Bezirksebene. Die vom DKI erarbeitete ärztlich-pflegerische Zielsetzung wurde vom Mayener Stadtrat im Mai 1963 beschlossen. Die Gesamtkosten für den Neubau wurden mit 17,5 Mio DM veranschlagt. Neben dem Land Rheinland-Pfalz und der Stadt Mayen sollte auch der Kreis sich an der Finanzierung beteiligt, zumal im Jahre 1967 ca. 69 Prozent der Patienten nicht mehr aus der Stadt kamen.
 
Im Oktober 1964 wurde mit den ersten Bauarbeiten begonnen. Die
offizielle Eröffnung fand am 10. April 1970 statt. Fast sämtliche Zielsetzungen des DKI-Gutachtens konnten realisiert werden. Aufgrund seiner vielfältigen, modernen medizinisch-technischen Einrichtungen und seiner zeitgemäßen ärztlich-pflegerischen Organisationsstruktur repräsentierte sich das neue Krankenhaus auf einem sehr hohen Leistungsstand. Neben der neu eingerichteten Hauptfachabteilung Gynäkologie/Geburtshilfe und der Belegabteilung Urologie wurden die Rahmenbedingungen der Hauptfachabteilung Chirurgie und Innere Medizin sowie der Belegabteilungen für HNO-, Augen- und Kinderkrankheiten spürbar verbessert.
Die Gesamtbettenzahl betrug bei Vollbelegung 364 und bei Normalbelegung 324 Betten. Die Gesamtkosten des größten Bauprojektes, das die Stadt Mayen bis dahin jemals realisiert hatte, erreichte im Jahre 1970 28 Mio DM.
 
Die Stadt Mayen selbst sollte 11,7 Mio DM tragen, die zu einer Überforderung der Stadt führten. Der Anteil der behandelten Bürger aus Mayen betrug derweil ca. 30 Prozent, so dass die Forderung einer Umwandlung der Trägerschaft von einem Städtischen in ein Kreiskrankenhaus sich abzeichnete.
Am 6. November 1970 wurde der „Krankenhausübertragungsvertrag“ zwischen dem Landkreis Mayen und der Stadt Mayen mit Wirkung ab 1. Januar 1971 unterzeichnet.
Der Name wurde geändert auf „Kreiskrankenhaus St. Elisabeth Mayen“. Über alle wichtigen Entscheidungen hatte nunmehr eine „Krankenhauskommission“ zu beraten und entsprechende Empfehlungen an den Kreistag oder den Kreisausschuss weiterzuleiten.    
 

Vom Kreiskrankenhaus St. Elisabeth Mayen zur Umwandlung in eine GmbH als "St. Elisabeth Krankenhaus Mayen GmbH"

Seitdem der Landkreis Mayen-Koblenz 1971 das Mayener Krankenhaus übernommen hatte, entwickelte sich das Kreiskrankenhaus St. Elisabeth Mayen nicht nur zu einem Krankenhaus mit hohem medizinischen und pflegerischen Standard, sondern ebenso zu einem soliden Wirtschaftsunternehmen. Die Finanzierung des Krankenhausbetriebes war allein durch die vereinbarten Pflegesätze mit den Krankenkassen und der Fördermittel des Landes gewährleistet. Die Überschüsse wurden grundsätzlich wieder reinvestiert für Verbesserungen in die medizinische Ausstattung, zusätzliches Personal und deren Aus- und Weiterbildung.
 
Das Krankenhausreformgesetz von 1973 brachte u.a. auch Veränderungen in der Krankenhausführung mit sich (Verwaltungsdirektor, Ärztlicher Direktor, Pflegedirektor). Um eine schnelle, sinnvolle und wirtschaftliche Betriebsführung zu gewährleisten zeichnete sich ab, dass andere Betriebsformen hier wesentliche Verbesserungen mit sich bringen könnten.  
 
Überzeugt von der hohen Wirtschaftlichkeit, zu der das Kreiskrankenhaus St. Elisabeth Mayen im Laufe von zwanzig Jahren unter der Trägerschaft des Kreises geführt geworden war, beschloss der Kreistag 1990 die Umwandlung des Hauses zum 1. Januar 1991 in eine GmbH und firmierte unter der Bezeichnung „St. Elisabeth Krankenhaus Mayen GmbH“. Es war die erste Umwandlung eines unter kommunaler Führung bestehenden Krankenhauses in die Rechtsform einer GmbH in Rheinland-Pfalz.
 
Eine wesentliche Stärkung erfuhr durch die neue Rechtsform das bisherige Amt des Verwaltungsdirektors. Gleichzeitig wurde mit der rechtlichen Umwandlung des Mayener Kreiskrankenhauses der bisherige Verwaltungsdirektor Ludwig Cremer auch zum Geschäftsführer der Gesellschaft bestimmt.
 
Der Geschäftsführer ist allein vertretungsberechtigtes Organ der Gesellschaft, d.h. er allein vertritt die Interessen der Gesellschaft nach außen hin. Allerdings benötigt er für wesentliche Geschäfte die Zustimmung des Verwaltungsrates. Dieser bestand seit 1994 aus vier Mitgliedes des Kreistages.
 
Zum ärztlichen Direktor wurde Professor Dr. Schubotz und zum Pflegedirektor Manfred Weber bestellt.
In den neunziger Jahren zeichnete sich auch eine spürbare Trendwende in der Behandlungsdauer ab. Deutlich bessere Behandlungsmöglichkeiten führten zu stetig kürzeren Verweildauern. Die Verweildauer zwischen 1973 und 1993 verkürzte sich am St. Elisabeth Krankenhaus um 5,4 Tage auf durchschnittlich 10,04. Hierdurch wurden die steigenden Patientenzahlen aufgefangen. Im Vordergrund der Bemühungen standen nicht mehr die Erhöhung der Bettenkapazität, sondern der Verbesserung der betriebs- und innerorganisatorischen Abläufe und Zusammenarbeit, die bauliche Sanierung und die Erprobung neuer Organisationsformen für den Pflegebereich.
 

Strukturelle und bauliche sowie organisatorische Optimierung und Weiterentwicklung bis zur Fusion zum Gemeinschaftsklinikum Koblenz - Mayen im Jahre 2005

Die folgenden Jahre standen ganz im Zeichen der Optimierung der Patientenbetreuung, d.h. der lfd. Überprüfung und Verbesserung der ärztlichen und pflegerischen Versorgung einschließlich der Rahmenbedingungen, die zu einem wirtschaftlich gesunden und leistungsfähigen Krankenhaus mit beigetragen haben.
 
Der Geschäftsführung gelang es, mit hoch engagierten Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, durch eine Vielzahl von eingeleiteten und erfolgreich umgesetzten Projekten sowie Sanierungs-, Umbau und Erweiterungsmaßnahmen, die Entwicklung zu einem modernen Krankenhausträger auch im Bewusstsein von Patienten und Bürgern der Region und des Kreises Mayen zu realisieren.  
 
Folgende, teilweise innovative Projekte mit modellhaftem Charakter und Maßnahmen, haben hierzu u.a. beigetragen:
 
  • Ausbau der chirurgischen Ambulanz und der Operationsräume (Zentral-OP mit OP-Sälen) und Lagerbereich
  • Neu eingerichtet wurde die Cafeteria mit der Möglichkeit der Essensversorgung von gehfähigen Patienten und für ältere Menschen der Stadt Mayen
  • Flursanierung des Bettenhaus
  • Sanierung und Erweiterung der interdisziplinären Intensivstation


Gemeinschaftsklinikum St. Elisabeth Mayen ab 2006

 
  • 2007: 20 Jahre "Grüne Damen" im Gemeinschaftsklinikum St. Elisabeth Mayen.  
 
  • 2007: Neues Pflegekonzept im Gemeinschaftsklinikum St. Elisabeth Mayen wird am 2. Mai durch das Krankenhausforum der Öffentlichkeit vorgestellt. Informationsangebot der Arbeitsgruppe "Kinästhetik" richtet sich an alle pflegende Angehörige.   
 
 
  • 2007: Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen stellt im August die gemeinsame neue Homepage mit mehr als 900 Seiten vor.
 
 
  • 2009: St. Elisabeth Mayen, Kemperhof und seine Kooperationspartner ziehen an einem Strang und werden als Brustzentrum zertifiziert (optimale Qualität in Diagnostik und Therapie von Brustkrbs-Patienten werden bescheinigt).   
 
  • 2009: Patienten ans Netz. Mobiler Internetzugang mit Wlan-fähigen Notebooks für alle Patienten bietet noch mehr Komfort während der stationären Behandlung im St. Elisabeth.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 



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